Donnerstag, 25. September 2014

Unter freiem Himmel in der Toskana

Open air - allzeit unter freiem Himmel so verbrachten wir eine Woche unseres Urlaubs. Den Herzensmann und mich hat es dieses Jahr einmal nicht nach Frankreich, unserem bisher Lieblingsurlaubsland, verschlagen, sondern nach Italien. Wir sind keine Pauschaltouristen sondern suchen nach alternativen Urlaubsmöglichkeiten. Als ich auf das Angebot von "Freilufträume" stoß war ich hin und weg. Eine Woche unter freiem Sternenzelt schlafen, fernab von Touristenrummel, zur Ruhe kommen und sich entspannen, das war ganz nach meinem Geschmack. Und wir wurden nicht enttäuscht. Alles war noch viel besser, als es uns die Internetseite versprach.

Aufgang zu unserer Suite:


Das Gelände der Freilufträume liegt im Landesinneren der Toskana, nahe dem Dorf Santa Katharina. Die letzten Kilomenter fährt man nur noch auf einer Schotterpiste und für die letzten Meter mussten wir gar, unseren auf die Stadt ausgelegten Wagen, stehen lassen und zu Fuß laufen. Was einem dann erwartet entschädigt für die etwas schwierige Anreise. Ein riesiges Gelände, gelegen an einem Hang, wild bewachsen, mit eigener Quelle für Frischwasser. Auf dem Gelände wohnen nicht nur Lisa, die Inhaberin der Freilufträume, sondern auch Lilly der alte zottelige, aber äußerst liebevolle Hund, Pepper, die zugelaufene Babykatze, sowie drei Esel, die ihrer Bestimmung in der Mortadella zu landen entkommen sind und nun auf dem Gelände ein ruhiges und glückliches Leben führen können.
 


Unsere Freiluftsuite (bestehend aus einem Schlafplatz, einer Sitzecke und einem Sanitärbereich, alles natürlich unter freiem Himmel) lag am Hang. Neben unserer gibt es noch vier weitere Freiluftsuiten, die jedoch in unserer Urlaubswoche nicht belegt waren. Das Bett war wie wir es von zu Hause gewöhnt waren, urgemütlich und bequem. Die dicken Decken hielten uns in der Nacht warm. Über dem Schlafplatteau gibt es die Möglichkeit eine Plane zu spannen, um bei seltenem Regen oder Gewitter geschützt zu sein. Wir haben die Faltplane zwar nie wegen Regens gebraucht, hatten die Bespannung aber aufgrund des frischen Winds (schließlich war es schon sehr Spätsommerlich) über unserem Bett belassen. Zum Fußende war das "Zelt" jedoch immer offen, so dass wir den Sonnenuntergang über den Tal beobachten und sogar bei gutem Wetter das Meer am Horizont sehen konnten. Liegt man im Bett hört man das Rascheln der Blätter, das Klackern, wenn Eidechsen über die Holzplatten laufen, das Zierpen der Grillen und ab und zu eine Iaen von den Eseln. Ansonsten ist es ruhig und zwar so richtig. Da Wasser in der Toskana kostbar ist und besonders auf einem Gelände, welches nicht an das Wassernetz angeschlossen ist, sind die Sanitärmöglichkeiten sparsam und ökologisch. Wasser, welches in den Suiten zum Waschen und Duschen genutzt wird, muss per Hand in Kanistern den Berg hinaufgebracht werden. Da überlegt man sich sehr genau, wie man mit dem kostbaren Nass umgeht. Auch eine kleine private Sitzgelegenheit gehört zu jeder Suite. Durch ein Sonnensegel saß man geschützt und konnte den grandiosen Ausblick genießen.

Auf dem gesamten Gelände gibt es viel Gelegenheit um an besonderen Stellen inne zu halten z.B. um die Sterne im Sternenguggerstuhl zu zählen oder der untergehenden Sonne im roten Stuhl zuzusehen. Die Hängematter zwischen Bäumen läd ein, ein Mittagsschläfchen zu machen und wer es etwas aktiver mag kann seine Balance auf der Slagline testen. Die Tiere fordern auch jeden Tag ihre Streicheleinheit, was wir ihnen nur allzugerne gaben. Es wird eigentlich trotz des nichts zutun habens nie langweilig.

Auch für unserer leibliches Wohl wurde gesorgt und zwar bestens. Lisa kam unserem Wunsch nach rein veganem Essen nach und ermöglichte uns damit jeden Tag ein wundervolles Essen. Wir Frühstückten jeden Tag auf der Terrasse, mit Blick in den liebevoll angelegten Nutzgarten und auf die Koppel auf der die Esel stehen. An fünf Abenden kochte Lisa uns ein fantastisches Dreigangmenü, toskanisch angehaucht und rein pflanzlich. Wir waren glücklich und rollten jeden Abend den Hügel zu unserer Suite hinauf. Die Speisen waren allesamt sehr lecker, jedesmal frisch zubereitet und sehr kreativ. Noch dazu wurden sie wenn möglich mit selbst angebautem Gemüse und Obst aus dem Garten zubereitet und mit essbaren Blüten dekoriert.

Birne mit Feigenmarmelade:
Smoothie aus Brombeeren:
 Gnocci mit glasierten Cherrytomaten:
 Polenta mit Steinpilzen:
 Karottenbruschetta mit frittierten Salbei:

Meine Lieblingsmomente bei Lisa:
  • Einige Minuten saß ich vor einem Loch auf der Terrasse, in das Erdvespen ein- und ausflogen. Es war wundervoll zu sehen, wie diese Tiere, das Eingangsloch anvisierten und wie immer abwechselnd eine Vespe ausflog und kurz danach eine Vespe "nach Hause" kam.
  • Zuckersüße, saftige und knackige Kirschtomaten essen und zwar keine aus einer 500g Plastikbox sondern frisch vom Strauch gepflückt - yummi.
  • Am Ende der Woche hatte ich dermaßen Lust auf Kochen, dass ich mit einer Schüssel bewaffnet die Brombeersträucher auf dem Gelände unsicher machte und 1,5 Kilo Brombeeren pflückte, die ich dann zu Marmelade verarbeitete. Die Brombeeren haben nicht den Geschmack, wie ich ihn aus Deutschland gewöhnt bin sondern haben eine ganz besondere Note vielleicht ein bisschen nach Stachelbeere. Die Gläser konnte ich als Andenken mit nach Hause nehmen. Ich freu mich schon, wenn ich mir im Winter, wenn draußen der Regen prasselt, Pfannkuchen mit Brombeermarmelade mache.
  • Mit gut gefülltem Bauch im Bett liegen, zugedeckt bis an die Nasenspitze. Über uns das endlose Sternenzelt und um uns herum, das Zirpen der Grillen, das Schreien der Rehe und das Grunzen der Wildschweine.

Liebe Lisa, ganz herzlichen Dank für die tolle Zeit bei dir in den Freilufträumen. Die Woche wird uns in sehr guter Erinnerung bleiben. Danke auch, dass du dich auf das Experiment vegane Küche eingelassen hast, du hast die Woche wunderbar gemeistert und ich konnte einige Inspirationen mit nach Hause nehmen.

Kommentare:

  1. Wow, das gibts, Urlaub unter freiem Himmel? Klingt ja total spannend!! Wir verbringen als Wohnwagenreisende ja schon ziemlich viel Zeit draußen, aber das ist ja noch mal eine andere Herausforderung! Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Fotos! Das macht richtig Lust aufs Wegfahren - und noch dazu in die schöne Toskana, herrlich!

    Vielen Dank für Deinen schönen Blog (wir sind ja fast zur gleichen Zeit vegan geworden! ;-)!

    Lieben Gruß,
    Ines

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    1. Vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich freu mich sehr, dass Dir der Blog gefällt. Wenn Du die Gelegenheit hast den "Freilufträumen" mal einen Besuch abzustatten, solltest Du das unbedingt machen. Es ist wirklich mal eine ganz andere Erfahrung.

      Viele Grüße
      Die Saisongärtnerin

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